Aktuelles
6. Juni 2013: Pressemitteilung "No Humboldt 21!"

Ein Bündnis aus 40 zivilgesellschaftlichen Organisationen fordert die Aussetzung der Arbeit am Humboldt-Forum im Berliner Schloss. In einem Aufruf fordert No Humboldt 21! neben dem Moratorium eine breite öffentliche Debatte zum Humboldt-Forum, dessen Grundsteinlegung für den 12. Juni geplant ist.
Dort sollen die ethnologischen Sammlungen Berlins gezeigt werden, die zum Großteil im Zusammenhang mit kolonialen Eroberungen nach Berlin kamen. Deren Ausstellung im wiedererrichteten Schloss der Hohenzollern, lehnt das Kampagnen-Bündnis als Respektlosigkeit gegenüber den Opfern und ihren Nachfahren ab.
6. Mai 2013: Neues Positionspapier des Berliner FAIRgabe-Bündnis
Das Berliner FAIRgabe-Bündnis, ein Zusammenschluss von umwelt- und entwicklungspolitischen Organisationen und Gewerkschaften, kritisiert mit seinem neuen Positionspapier „Anforderungen des FAIRgabe-Bündnisses an die öffentliche Auftragsvergabe in Berlin“ die mangelhafte Umsetzung des Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetzes aufs Schärfste.
Immer mehr Bundesländer verabschiedeten in den letzten Jahren Gesetze, die der Ausbeutung von Mensch und Natur durch öffentliche Aufträge und damit mit Steuergeldern ein Ende setzen sollen, so auch Berlin. Seit Juli 2010 hat Berlin ein Ausschreibungs- und Vergabegesetz, welches die ökologische und faire Auftragsvergabe regelt.
Statt Vorreiter öko-fairer Vergabepolitik zu sein, sitzt der Berliner Senat jedoch seit fast drei Jahren die Umsetzung des Gesetzes aus.
Das FAIRgabe-Bündnis fordert den Senat auf, schleunigst die für die Umsetzung einer öko-fairen Vergabepolitik notwendigen Strukturen und Vorgaben zu schaffen.
23. April 2013: Neuerscheinung der Broschüre "Develop-mental Turn"
Weder die entwicklungspolitische Theorie noch die Praxis ist frei von stereotypen Bildern und Rassismen. Die Broschüre „Develop-mental Turn“ macht deutlich: Es bedarf einer grundlegenden Reflexion und Veränderungen der Entwicklungspolitik in Bezug auf Rassismus. Dies muss bei den Einstellungen beginnen: Die Bilder und (Selbst-)Identifizierungen der „Helfenden“ (im Globalen Norden verortet) und der „Hilfsbedürftigen“ (im Globalen Süden verortet) halten sich hartnäckig. Sie sind verbunden mit weißen Selbstbildern und der kaum aufgearbeiteten kolonialen Vergangenheit.
Die Broschüre soll zum Nachdenken anregen und stellt sich nicht mit dem moralischen Zeigefinger über die Praxis der vielen Engagierten in den entwicklungspolitischen Organisationen. Sie soll Lust machen und motivieren, sich damit zu beschäftigen, wie sich rassistische Strukturen auch in den eigenen Projekten und Organisationen wiederfinden – und wie dies verändert werden kann.
„Develop-mental Turn“ ist die komplette Neubearbeitung der Broschüre „Von Trommlern und Helfern“ (2007). Sie zieht eine erste Bilanz der Debatten und analysiert neue Themen, etwa die Rolle von Migrant/innen und Diaspora in der Entwicklungspolitik, die Dynamiken innerhalb entwicklungspolitischer Institutionen sowie Materialien und Methoden des Globalen Lernens aus rassismuskritischer Perspektive. Über die Hälfte der Texte ist neu, die anderen Artikel sind alle, größtenteils grundlegend, überarbeitet und aktualisiert worden. Checklisten zur Vermeidung von Rassismen in der entwicklungspolitischen Öffentlichkeitsarbeit runden die Broschüre als Orientierungshilfe für die eigene Arbeit ab.
23. April 2013: BER unterstützt die Kritik des Entwicklungspolitischen Netzwerks Sachsen zur Ausweitung der Extremismusklausel
Nachdem beantragende Vereine des Programmes „Weltoffenes Sachsen“ sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen mussten, gilt es auch für die Vergabe weiterer Fördermittel mit Relevanz für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit.
Bekenntniszwang sowohl für Initiativen als auch deren Partnern beeinträchtigt notwendiges zivilgesellschaftliches Engagement, verunsichert Initiativen, behindert Kooperationen und schränkt kritische antirassistische und entwicklungspolitische Bildungsarbeit ein.
14. März 2013: "Globales Lernen" an Berliner Schulen
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft und der Berliner entwicklungspolitische Ratschlag haben für das laufende Schuljahr eine Liste veröffentlicht, mit der sie den Berliner Schulen 36 Nichtregierungsorganisationen (NRO), die Globales Lernen anbieten, zur Zusammenarbeit empfehlen.
Bildungssenatorin Sandra Scheeres: "Wir empfehlen den Schulen kompetente und vertrauenswürdige Nichtregierungsorganisationen. Damit erleichtern wir den Schulen den Zugang zu Kompetenzen und Lehrinhalten, die zur Orientierung in einer globalisierten Welt hilfreich und von Bedeutung sind." Globales Lernen müsse stärker in den schulischen Alltag integriert werden, so Alexander Schudy, Geschäftsführer des Berliner entwicklungspolitischen Ratschlags, dem Verband der Berliner entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen: "Ich hoffe daher, dass die Schulen die Empfehlungsliste und die Angebote der NRO nutzen."
Ob es um die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung eines PCs in China, den Alltag eines Kindes in Sierra Leone oder um die Weltreise einer Jeans in den transnationalen Produktionsketten geht - Globales Lernen macht die Zusammenhänge in der Welt für Kinder und Jugendliche verständlich und motiviert sie zum Verstehen der eigenen Position sowie zum solidarischen Handeln in der Weltgesellschaft.
Der BER und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft unterzeichneten im Dezember 2008 eine "Rahmenvereinbarung zur Kooperation von Schule und Nichtregierungsorganisationen". Die Liste konkretisiert jährlich diese Vereinbarung. Damit sollen vor allem auch die Ganztagsschulen leichte Kontaktmöglichkeiten zu außerschulischen Kooperationspartnern bekommen.
>>>Die gesamte Liste ist abrufbar unter: ber-ev.de/PortalNROSchule/E-Liste.
>>>Weitere Informationen: ber-ev.de/PortalNROSchule und www.globaleslernen-berlin.de
7. Nov. 2012: BER-Mitglieder beschließen Kinderschutzkodex
100 Berliner entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen, die im Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag (BER) organisiert sind, haben den "BER-Kodex zum Schutz von Kindern vor Missbrauch und Ausbeutung (...) in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit" verabschiedet.
Der Kodex ist nur ein Element einer umfassenden Kinderschutzpolicy. Neben dem Kodex werden noch Empfehlungen zur Formulierung von Verhaltensregeln, Selbstverpflichtungserklärungen und weitere Hilfestellungen für entwicklungspolitische NRO erarbeitet. Das wichtigste in dem Prozess ist aber, dass das Thema Kinderschutz dauerhaft im BER präsent bleibt. Die BER-AG Globales Lernen wird diesen Prozess weiter steuern und im BER verankern.
Die neue Seite auf der BER-Website dokumentiert den Prozess der BER-Kinderschutzpolicy: Dieser wird künftig ein kontinuierlicher Verständigungsprozess im BER sein; er wird ausdrücklich nicht mit der Verabschiedung von Papieren, wie dem Kodex, beendet.
7. Nov. 2012: Berliner entwicklungspolitische Gruppen stellen Forderungen an die Landespolitik
100 Berliner entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen, die im Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag (BER) organisiert sind, haben ihre Erwartungen und Forderungen an die künftige Landespolitik formuliert.
Entwicklungspolitik findet auch auf Landesebene statt: Berlin muss fair und zukunftsfähig (insbesondere bei der Vergabe öffentlicher Aufträge), sowie klima- und ressourcengerecht wirtschaften. Globales Lernen muss strukturell in die Bildungsarbeit etabliert werden. Migrantische Akteur/innen und deren Expertise müssen anerkannt und genutzt, die Flüchtlings- und Asylpolitik Berlins menschenrechtlichen Maßstäben angepasst werden. Schließlich muss Berlin konkrete Maßnahmen ergreifen, um seiner Verantwortung als ehemaliger Kolonialmetropole gerecht zu werden.
Zu diesen entwicklungspolitischen Themenfeldern liegen nun konkrete Umsetzungsforderungen an den Berliner Senat vor.
Will Berlin seinem von der Politik postuliertem Anspruch gerecht werden, eine offene, multikulturelle und internationalistische Metropole zu werden, muss die Landespolitik diese Forderungen der Zivilgesellschaft umsetzen.



