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Wirkt so. Handreichung zur Wirkungsorientierung und Antragstellung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit

Vorwort der Stiftung Nord-Süd-Brücken

wirktso.jpgDie Broschüre (Dezember 2010) hat 92 Seiten und enthält zahlreiche Farbabbildungen.

Bezug: E-Mail mit Name und Postadresse sowie gewünschter Anzahl an buero[ät]ber-ev.de senden. Schutzgebühr: 10 EUR zzgl. Versandkosten (Rechnung wird mitgeschickt)

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Vorwort der Stiftung Nord-Süd-Brücken

Bei allen Risiken und Fragezeichen sieht die Stiftung Nord-Süd-Brücken in dem 2005 in Paris begonnenen internationalen Prozess zur „Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit“ auch eine Chance für die entwicklungspolitische Inlandsarbeit. Diese Chance liegt u. a. in der für Vereine und Geldgeber gleichermaßen interessanten und immer wieder neu zu stellenden Frage: Was wollen wir bewirken und wie können wir das Erreichte, Bewegte oder Veränderte auch sinnvoll überprüfen?

Als Förderer entwicklungspolitischer Inlands- und Auslandsarbeit möchten wir Vereine unterstützen, die nachdenken und nicht einfach umsetzen bzw. in Anträgen schreiben: „Ziel des Projektes ist die Durchführung von 20 Bildungsveranstaltungen.“ Hinter jedem Antrag steht ein reales Projekt, das z. B. über Missstände in der Textilproduktion aufklären oder Jugendliche in ihrer Fähigkeit stärken möchte, über Ursachen von Armut zu recherchieren und diese dann zu bewerten. Als Geldgeber ist es unser Interesse, dass diese Projekte erfolgreich sind, etwas bewegen oder manchmal auch verhindern. Antragsteller und Geldgeber sollten nie vergessen, dass diese Projekte einen klitzekleinen Beitrag leisten sollten zu mehr Emanzipation, zu mehr Ressourcengleichheit und zu mehr Gerechtigkeit. Hier ist die „Orientierung auf Wirkung in der Inlandsarbeit“ nur ein – und beileibe nicht der einzige – Weg. Vielleicht stellt sich am Ende heraus, dass es nicht der geeignetste oder nur der drittbeste Weg ist? Sabine Jungk warnt im Folgenden z. B. vor überzogenen Erwartungen an eindeutige Wirkungsevaluationen in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit.

Mit dieser Handreichung zur Wirkungsorientierung möchten wir den Vereinen ein Angebot machen, wie man an die Projektentwicklung und Antragstellung herangehen kann. Im Zentrum steht, dass man bei einem Projekt immer eine Situation (oder ein Problem) fokussiert, die verändert, verbessert oder überwunden werden sollte. Wir präsentieren in dieser Handreichung Beispielanträge, Wirkungsketten und Indikatoren auf unterschiedlichen Ebenen. All das dient einzig der Orientierung, nicht aber dem simplen Übertragen oder Abschreiben.

Natürlich braucht auch die Stiftung Nord-Süd-Brücken als Geldgeber, der wiederum selbst Fördermittel z. B. vom BMZ bekommt, Anträge, bei denen Form, Struktur und Inhalte „stimmen“ und Sachberichte, die konkret und transparent Rechenschaft über die Verwendung der Mittel bzw. über Erfolge und Misserfolge, über Stern- und Lernstunden ablegen. Das wiederum schließt nicht aus, sondern vielmehr ein, dass wir auch Vereine unterstützen wollen, die uns widersprechen oder uns mit auf eine Lernreise nehmen.

Wir verstehen diese Handreichung als „work in progress“ und als Einladung zur Debatte an Vereine und Geldgeber, unter anderem darüber, wie effektiv die Übertragung der aus der Auslandsprojektarbeit eingeführten Konzepte und Begrifflichkeiten auf die vielfältige Inlandsarbeit tatsächlich ist. Die Handreichung ist ein erster Schritt auf unbekanntes Terrain. Uns ist dabei auch bewusst, dass die Wirkungsorientierung letztendlich Veränderungen bei den Geldgebern verlangt. Viel Spaß beim Entdecken und Plündern wünscht

Andreas Rosen, Stiftung Nord-Süd-Brücken

erstellt von Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER) zuletzt verändert: 05.10.2011 11:29
Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER e.V.)
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